Donnerstag, 23. November 2017
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Rechtsanwälte gelten als teuer, was oft bereits eine Hemmschwelle zur Kontaktaufnahme mit dem Rechtsanwalt aufbaut. Ich hoffe, Ihnen diese Hemmschwelle nehmen zu können, auch wenn die Vielzahl möglicher Fallgestaltungen hier nicht annähernd erschöpfend dargestellt werden kann.

Richtig ist, dass die anwaltliche Dienstleistung wie jede andere Dienstleistung auch Geld kostet. Aber: Anwaltshonorare halten sich – im übertragenen und tatsächlichen Sinne – im Rahmen. Sie bestimmen sich grundsätzlich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).

rechner-swIn Straf- und Bußgeldsachen sehen der 4. und 5. Teil des Vergütungsverzeichnisses zum RVG (VV RVG) sog. Rahmengebühren vor. Dieser Rahmen sieht z.B. im Strafverfahren eine Grundgebühr für die Verteidigung zwischen 30,00 EUR und 300,00 EUR und eine Verfahrensgebühr im Ermittlungsverfahren zwischen 30,00 EUR und 250,00 EUR. In Bußgeldsachen beträgt die Grundgebühr zwischen 20,00 EUR und 150,00 EUR.

Innerhalb dieser Rahmen bestimmt der Rechtsanwalt die konkrete Gebühr „im Einzelfall unter Berücksichtigung aller Umstände, vor allem des Umfangs und der Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit, der Bedeutung der Angelegenheit sowie der Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Auftraggebers, nach billigem Ermessen“ (so § 14 RVG). Weitere Gebühren, etwa für Hauptverhandlungstermine, und Auslagen können hinzukommen.

Liegt ein Fall notwendiger Verteidigung vor, kann statt eines Wahlanwalts ein Pflichtverteidiger bestellt werden. Fragen Sie mich zu den Voraussetzungen einer solchen Pflichtverteidigung.

Eine ähnliche Gebührenstruktur gilt auf dem Gebiet des Sozialrechts.

Bei allen weiteren Rechtsstreitigkeiten bestimmt der jeweilige Geschäftswert, Streitwert oder Gegenstandswert die Kosten. Dieser Wert ist z.B. die Höhe des an Ihrem Kfz verursachten Schadens, die Höhe Ihres Schmerzensgeldanspruches etc. An Hand der Tabelle der Anlage 2 zu § 13 Abs. 1 RVG lässt sich sodann die Höhe einer 1,0-Gebühr bestimmen.

Eine abstrakte Nennung von anfallenden Kosten, ohne den konkreten Fall zu kennen, wäre vor diesem Hintergrund unredlich. Ich werde Ihnen allerdings in unserem ersten Gespräch nach Schilderung Ihres speziellen Sachverhalts die Höhe der voraussichtlich anfallenden Gebühren nennen können.

Selbstverständlich ist diese Information selbst ebenso wie die Kontaktaufnahme mit mir kostenfrei.

In manchen Konstellationen kann auch der Abschluss einer Vergütungsvereinbarung, z.B. eine Abrechnung auf Stundenbasis, angezeigt sein.

Für die reine Beratung bin ich nach dem RVG gehalten, eine solche Vergütungsvereinbarung mit Ihnen zu treffen. Eine Abrechnung nach dem Gegenstandswert sieht das RVG hier inzwischen nicht mehr vor. Wichtig: Bei einer Erstberatung von Verbrauchern beträgt die Vergütung höchstens 190,00 EUR zuzüglich Mehrwertsteuer.

Im Rahmen einer gerichtlichen Auseinandersetzung wird grundsätzlich die Gegenseite die Kosten tragen, wenn man den Prozess gewinnt, bzw. die Staatskasse, wenn man in einem Strafverfahren freigesprochen wird.

Soweit Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, prüfe ich gern, ob und in welchem Umfang der Versicherungsschutz zum Tragen kommt. In unserem Gespräch werden wir ggf. ebenfalls besprechen können, ob Sie Anspruch auf Beratungs- oder Prozesskostenhilfe haben.

Also scheuen Sie sich nicht, einen Anwalt zu kontaktieren. Jede seriöse Kanzlei wird mit Ihnen offen über die möglichen Kosten einer Inanspruchnahme reden.